Tunnel UNTER DEM Europagarten Europaviertel Frankfurt am Main

 

Tunnel Europagarten, Europaviertel Frankfurt am Main
Im Januar 2015 begannen die Bauarbeiten für den Tunnel Europagarten. Nach nur 23 Monaten Bauzeit konnte er nun Mitte Dezember 2016 in Betrieb genommen werden. Mit dem Tunnel unter dem späteren Europagarten ist die Europa-Allee von der Emser Brücke in Richtung Westen bis zur Straße am Römerhof nun durchgängig befahrbar und setzt die Haupterschließung in Ost-West Richtung fort. Damit verschwindet der Durchgangsverkehr von der Pariser Straße.

Um die Nutzungsqualität des zentral im Gebiet liegenden Europagartens und die hohe Qualität der an den Park grenzenden Wohnbebauung sicherzustellen, wird der Verkehr des Europaboulevards auf einer Länge von 395 m in einem Tunnelbauwerk unterhalb des Parks geführt. Die Planungen des Tunnels als Gemeinschaftsbauwerk umfassten alle Planungsleistungen inklusive Bauüberwachung und Bauoberleitung bis zur abgestimmten Entwurfsplanung/Genehmigungsstatik und beinhalten auch die Abstimmung und Gestaltung der städtebaulichen Integration der Tunnelportale und Rampen in die Parkanlage bzw. in den Boulevardquerschnitt.

In dem 3-zelligen Tunnelquerschnitt mit zwei äußeren Zellen für den Individualverkehr und einer mittleren Zelle für die Stadtbahn, die im Jahr 2022 in Betrieb genommen und bis dahin mit einer Mauerwekswand verschlossen wird, waren als Besonderheit die Anforderungen und technischen Regelwerke der unterschiedlichen Verkehrsträger Straße und Stadtbahn in einem Bauwerk zu kombinieren. Auch die technische Tunnelausstattung musste an beide Verkehrssysteme angepasst werden, Sicherheitskonzepte waren unter Berücksichtigung der in Teilen grundsätzlich unterschiedlichen Richtlinienvorgaben zu kombinieren. Weiterhin war Teil der Bearbeitung die Klärung der Sicherheitsaspekte der angrenzenden Knotenpunkte und Verflechtungsbereiche, eine Variantendiskussion zur notwendigen Spurigkeit des Tunnels mit Wertung und Beurteilung der prognostizierten Verkehrszahlen.

Für den baulichen Brandschutz wurde zwischen den Blöcken 1 und 36 in den Wänden und Decken PP-Faserbeton verwendet. Zum Zeitpunkt der Planung und der Bauausführung gab es hierzu nur wenige Vergleichsprojekte in Deutschland, auf die man bezüglich Erfahrung bei Verwendung von PP-Faserbeton mit Sichtbetonanforderung zurückgreifen konnte. Aus diesem Grund wurden Probewände vor der ersten Betonage erstellt.

Auftraggeber
aurelis Real Estate GmbH & Co. KG
Stadt Frankfurt am Main

Standort
Frankfurt am Main

Technische Daten
Länge Tunnel: 395 m
Gesamtlänge inkl. Zufahrtsrampen: 580 m
Umbaute Fläche: 75.000 m³
Tunnelblöcke: 36

Leistungen Schüßler-Plan
Objektplanung Ingenieurbauwerke: Lph 2 bis 9 gemäß HOAI
Objektplanung Verkehrsanlagen: Lph 2 bis 9 gemäß HOAI
Technische Ausrüstung: Lph 2 bis 9 gemäß HOAI
Tragwerksplanung: Lph 2 bis 6 gemäß HOAI
Bauüberwachung
Bauoberleitung
Erstellung Gesamtsicherheitskonzept
Erstellung und Abstimmung Gestaltungsheft der Tunnelportale
Alarm- und Gefahrenabwehrplan
Luftschadstoffuntersuchung

PDF-Version

 

 

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