RHEINSTRASSENBRÜCKE DARMSTADT

Rheinstraßenbrücke Darmstadt Rheinstraßenbrücke Darmstadt Rheinstraßenbrücke Darmstadt Rheinstraßenbrücke Darmstadt

1. Preis im beschränkten Realisierungswettbewerb
Schüßler-Plan hat in Zusammenarbeit mit dem Londoner Büro Knight Architects den Wettbewerb um den Neubau der Rheinstraßenbrücke Darmstadt gewonnen. Das Preisgericht empfiehlt, diesen Entwurf umzusetzen.
Gelobt wird "die formale Einheit zwischen der Ober- und Unterseite der Brücke". Zugleich sende die Mastenreihen "in die Ferne einladende Signale". Insgesamt ein Entwurf, der nach dem Urteil des Juryvorsitzenden Burkhard Pahl "unangestrengt aber wirkungsvoll den Stadteingang markiert und sich durch zeitlose Eleganz auszeichnet".
Die 1912 erbaute Rheinstraßenbrücke über die Main-Neckar-Bahnlinie in Sichtweite des Darmstädter Hauptbahnhofs ist nach Angaben der Stadt noch tragfähig, aber dringend erneuerungsbedürftig. Als Hauptverbindung zwischen den Autobahnanschlüssen A 5/A 67 und der Darmstädter Innenstadt kommt ihr eine hohe verkehrliche Bedeutung zu. Im Zuge des Neubaus wird sie zugleich stark verbreitert - von 26,50 auf 43,55 m. Autos, Straßenbahn, Fußgänger und Radfahrer erhalten jeweils eigene Spuren.
Schüßler-Plan verantwortet die Objekt- und Tragwerksplanung der Brücke sowie Leistungen zur Verkehrsplanung der Straßenbahnlinie, den Umbau der Bahnanlagen und die Baubetriebsplanung für die Bahnanlage.

Entwurfsidee, Gestaltung
Von den stadteinwärts fahrenden Besuchern betrachtet, ist die neue Brücke aus der Ferne gut wahrnehmbar. Ein Spalier von acht leuchtenden Masten markiert nicht nur die Lage der Querung, er umrahmt auch die in der Flucht gut erkennbare Ludwigssäule und hebt diese deutlich hervor. Die Maste, eine vertikale Verlängerung der darunterliegenden Pfeilerkanten, vereinen die Funktionen der Beleuchtung (Funktional- und Akzentbeleuchtung) als auch der Abspannung der Oberleitungen der mittig verlaufenden Straßenbahn. Ein horizontales LED-Lichtband, in einen Eichenholzhandlauf integriert, ergänzt diese Beleuchtung im Wegbereich, während straßenseitig zwei parallele Zeilen von Trennmodulen eine gegen Anprall geschützte bodennahe Straßenbeleuchtung in sich tragen. Die Module haben auf ihrer Oberseite Vertiefungen, die saisonale Bepflanzung aufnehmen können. Es entstehen somit zwei Grünstreifen, welche den Straßenraum gliedern und ihn für die Nutzer übersichtlich machen. Zusätzlich wird so eine formelle Verknüpfung der Grünzonen östlich und westlich der Bahnzäsur erstellt.
Die Unterbauten sind schlicht und funktional. Ein Arrangement aus vier im Grundriss linsenförmigen Betonpfeilern trägt einen schlanken Betonüberbau. Sowohl Pfeiler als auch das Deck verjüngen sich zu ihren Enden hin, so dass sie trotz der statisch notwendigen Querschnitte in der Ansicht filigran und elegant erscheinen. Zu diesem Zweck wird unter anderem auch der Berührungsschutz in die Querschnittsgestaltung mit einbezogen. Seitlich werden die Widerlagerflügel mit dem Mauerwerk der Originalwiderlager verkleidet, was die Dramatik der Ansicht verstärkt und den Bestand optisch in die Gestaltung mit aufnimmt. Die historischen Brückenköpfe aus Lavatuff werden in die neuen Flügelwände integriert. Die prägende Geometrie der linsenförmigen Unterbauten wird durch unterschiedliche Farbgebungen der Oberflächen im Gehweg- und Straßenbahnbereich sowie in den Pflanzentrögen wiederholt. Helle, glatte Sichtbetonflächen, die mit Hilfe einer feinen Rippenstruktur mehr Tiefe bekommen, streuen das Tageslicht weit in die Bereiche unter der Brücke und reduzieren so ihre Schattenwirkung. Der Verzicht auf Lager oder abgehängte einbauten minimiert die Schmutzablagerung und sorgt langfristig für ein aufgeräumtes und ordentliches Erscheinungsbild.

Auftraggeber
Stadt Darmstadt

Standort
Darmstadt

Architektur
Knight Architects

Technische Daten
Konstruktionshöhe: i. M. 1,15 m
Material: Stahlbeton
Gesamtlänge: 51 - 61 m
Nutzbreite: 42,7 m
Stützweiten: 15,3 - 23,2 / 13,5 - 20,2 / 14,7 - 18,4 m

Leistungen Schüßler-Plan
Objektplanung Ingenieurbauwerke: Lph 1 bis 7 gemäß HOAI
Tragwerksplanung: Lph 1 bis 7 gemäß HOAI
Wettbewerbsentwurf in Zusammenarbeit mit Knight Architects
Verkehrsplanung Straßenbahnlinie
Umbau von Bahnweichen 
Koordinierung der Kreuzungsbeteiligten
Baubetriebsplanung DB AG
Technische Koordination der Leitungsträger
Erstellung der Kreuzungsvereinbarungen

PDF-Version

Rheinstraßenbrücke Darmstadt

Widerlageransicht

Rheinstraßenbrücke Darmstadt

Untersicht

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